Villa Rosenthal - Geschichte und Vermächtnis einer jüdischen Familie


Das Buch entstand auf Initiative der jenawohnen GmbH anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Eröffnung der Villa Rosenthal nach umfangreicher, denkmalgerechter Restaurierung.

Noch zu Lebzeiten übereigneten der „Vater“ der Thüringer Verfassung, Eduard Rosenthal und seine Frau Clara ihre Gründerzeitvilla der Stadt Jena für „ideelle Zwecke“. Doch erst vor zehn Jahren ist das Haus mit seinem parkähnlichen Garten ins öffentliche Bewusstsein zurückgekehrt. Auf dem Berg oberhalb der Kahlaischen Straße begegnen sich seither Kunst und Literatur. Das Buch widmet sich der wechselvollen Geschichte, die erst zum Verschwinden und nun zur Wiederentdeckung des jüdischen Paares Rosenthal führte.

Unter dem Titel „Umschwämt und geachtet, gedemütigt und verhöhnt. Clara Rosenthal – eine Jüdin in Jena“ beschreibt Autor Stephan Laudien das Leben der 1863 in Karlsruhe geborenen Klara Ellstädter, die 1885 den Juristen Eduard Rosenthal heiratete und wenig später mit ihm nach Jena kam. Der Historiker Alexander Cartellieri bezeichnete sie in seinen Notizen als „die schönste und sicher erst recht für die eleganteste Frau Jenas. Als wir 1902 herkamen, konnten wir noch, wie ich es ausdrücken möchte, das Abendrot ihrer Schönheit bewundern, und das hielt eine Reihe von Jahren an.“ Clara Rosenthal führt ein gastliches Haus, bevor sie die ersten schweren Schicksalsschläge trafen: Der Sohn starb im Ersten Weltkrieg und eine unheilbare Nervenkrankheit stellte sich dauerhaft ein. 

Autor Dietmar Ebert hat bereits eine Publikation zum Leben von Eduard Rosenthal veröffentlicht. Im nun vorliegenden Buch „Villa Rosenthal. Geschichte und Vermächtnis einer jüdischen Familie“ widmet er sich dem umfangreichen Schaffen des Juristen und Citoyen Rosenthal, der als Professor an die Universität kam und im Verlauf von drei Jahrzehnten dazu beitrug, die Stadt Jena zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Moderne zu führen. Die Gründung der Lesehalle, des Kunstvereins und das Statut der Carl-Zeiss-Stiftung gehen auf seine Ideen zurück. Die Stadt Jena dankte ihm mit der Ehrenbürgerschaft: „Dem hochverehrten Staatsrechtler, dem edlen Menschenfreund, dem wohlwollenden und freigebigen Helfer der Armen und Bedrängten hiesiger Stadt, dem staatsmännischen Bildner der Verfassung des geeinten Thüringer Landes, der länger als ein Menschenalter der hiesigen Universität angehört, Herrn Geh. Justizrat Professor Dr. jur. Eduard Rosenthal erteilen wir hiermit das Ehrenbürgerrecht der Stadt Jena.“ Durch die Nationalsozialisten verschwand der Geehrte aus dem Gedächtnis der Stadt. 

Mit der Erbauung der Villa und den Nachbarschaften auf dem Plateau über der Kahlaischen Straße beschäftigt sich Autorin Doris Weilandt im Beitrag „Über der Stadt. Die Villa Rosenthal im neuen Gründerviertel von Jena“. Darin betrachtet sie die rasante Stadtentwicklung am Ende des 19. Jahrhunderts, die als Ergebnis der wirtschaftlichen Blüte viele Menschen nach Jena lockte. Das Ehepaar Rosenthal wählte mit Bedacht ein Grundstück außerhalb der Villenviertel im Westen mit Blick in das weite Saaletal und auf dem Johannisberg gegenüber. Der Garten wurde nach der Vorliebe der Hausherren als parkähnliche Anlage mit vielen Rosenstöcken gestaltet.

Das Buch entstand auf Initiative der jenawohnen GmbH anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Eröffnung der Villa Rosenthal nach umfangreicher, denkmalgerechter Restaurierung.

„Villa Rosenthal. Geschichte und Vermächtnis einer jüdischen Familie“ ist beim Jenaer Verlag Vopelius erschienen und im Buchhandel unter der ISBN 978-3-947303-16-8 erhältlich.


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